Mixtape mit 16

Die 80er sind lange her und eigentlich erfolgreich verdrängt. Und so wollte ich mich schon lächelnd wegdrehen und diese Mixtape-mit-16-Geschichte den Leuten überlassen, die sich damit auskennen. Ich habe auch früher kaum Mixtapes aufgenommen. Wie sich mit der Digitalisierung herausstellen sollte, bin ich mehr der Typ für Shuffle Mode und Endlos-Repeat.

Aber dann hat’s mich doch gepackt, denn wer redet nicht gerne über Musik und über damals, als man noch jung war? Mangels Originalvorlage ist mein Mixtape mit 16 also eher eine Songliste, die es 1985 auf ein Mixtape geschafft hätte, hätte ich mir die Mühe gemacht.

Das Alter war eine musikalische Übergangsphase für mich, in der ich anfing, meinen – überaus eklektischen – Musikgeschmack zu entwickeln. Daher habe ich eine A- und eine B-Seite kompiliert, vom Mainstream zur Merkwürdigkeit. Auf die Songlängen habe ich keine Rücksicht genommen.

 

A – Die Popballaden-Seite

Was halt im Radio, bei Toppop und bei Formel 1 lief. Ich hörte viel Mainstream in den 80ern, eine Auswahl zu treffen ist schwer. Ich habe schließlich die Songs ausgewählt, bei denen es in meiner Erinnerung eindeutig KLICK gemacht hat.

 

Don Henley – The boys of summer [04:49]
Vom ersten Tag bis heute eine einzige große Liebe. Wehklagen auf höchstem Niveau. Übrigens auch grandios in 55,5-facher Geschwindigkeit von den Ataris. Aber das kam später.

A-Ha – Take on Me [03:48]

Wer diesen Song 1985 nicht auf seinem Mixtape hatte, war entweder männlich, im Koma oder tot.

Commodores – Nightshift [05:07]

Habe ich geliebt, liebe ich, werde ich immer lieben. War streng nur für meine Ohren bestimmt.

Bruce Springsteen – I’m on fire [02:34]

Ich hasse Bruce Springsteen, hasste ihn auch damals schon. Und dann bringt er so Songs raus, wo ich denke „Scheiß auf Konsequenz! Konsequent kannste sein, wennste tot bist.“

Bryan Ferry – Slave to Love [04:26]

Selber Kommentar wie Commodores. Bryan Ferry mag ein notgeiler alter Sack sein, aber er ist MEIN notgeiler alter Sack.

Marillion – Kayleigh [03:33]

Hat mich beim ersten Hören umgehauen und durch jeden Liebeskummer treu begleitet. Muss heute noch Acht geben, den Song nicht laut mitzuschmettern. Lange nicht mehr gehört, lange nicht mehr gebraucht.

Midge Ure – If I was [05:20]

Traumhafter Song, traumhafte Stimme, spannendes Video, aber die Hose! Mein Gott, die Hose! Ich bin so froh, dass die 80er vorbei sind.

John Parr – St Elmo’s Fire [04:05]

Die Brat Pack Filme waren wirklich wichtig für mich. Der Breakfast Club war mir der liebste Film, aber St. Elmo’s Fire der liebste Song.

Foreigner – I want to know what love is [04:50]

Noch mehr Balladen. Ich war 16, auf Kriegsfuß mit den Hormonen und für Balladen sehr empfänglich. Später hatte ich mich dann dran überhört.

Madonna – Crazy for you [04:09]

Ich hätte nicht gedacht, dass Madonna es auf dieses Tape schafft, gerade ihr Frühwerk fand ich ziemlich grässlich. Aber dieser Song hatte es mir wirklich angetan.

Baltimora – Tarzan Boy [03:40]

Ich glaube nicht, dass im Sommer ’85 ein Weg an diesem Song vorbei führte. Denk an ‚Italo-Disco Sommer One Hit Wonder‘ und du hast in etwa die Hälfte der Gruseligkeit des Songs erfasst. Habe mich in den 90ern bitter geschämt dafür, heute finde ich ihn wieder witzig mit Partypotenzial.

B – Auf zu neuen Ufern

Ab dem Alter von 14 entwickelte sich mein Musikgeschmack dann auch in nicht so radiokompatible Richtungen. Wave und Indie, Gothic, Ska, Rave, Britpop, College Rock, Rap, Folk, Grunge, Soul, Metal und am Ende sogar Reggae (danke, bester Ehemann von allen) betraten mein Leben, machten sich breit, gingen zum Teil wieder, blieben aber auch häufig. Auf dieser Seite finden sich erste zarte Anklänge einer neuen Musikwelt.

Kate Bush – Running up that Hill [05:02]

Starke Frauen, auch so ein Thema, das ich später noch vertiefen sollte. Für’s Erste hatte ich Kate. Die zog mir schon genug den Boden unter den Füßen weg.

The Icicle Works – Love is a wonderful Colour [04:13]

Ich weiß nicht, wo ich damals „Seven Singles Deep“ ausgegraben habe, aber es läuft seit 30 Jahren in meiner Heavy Rotation. War immer sehr alleine damit, schien keiner außer mir zu kennen.

The Waterboys – The Whole of the Moon [05:03]

Stellvertretend für so viele Waterboys Song, die auf diesem Tape hätten sein können. Dieser war damals in den Charts.

B-Movie – Nowhere Girl [06:34]

Etwas älter als ’85, aber dieser Song wäre auf jedem Mixtape zwischen ’83 und ’98 gewesen. Hymne meiner Jugend.

Gary Moore & Phil Lynott – Out in the Fields [04:17]

Endlich mal ein paar schrammelige Gitarren hier. Ich war fast schon eingeschlafen.

The Cult – She sells Sanctuary [04:31]

Erste Schritte auf einem musikalischen Weg, den ich noch eine Weile gehen sollte.

Siouxsie and the Banshees – Cities in dust [04:09]

Schräger wird’s jetzt erst mal nicht mehr, das kam erst später.

The Cure – Inbetween days [04:31]

Steht stellvertretend für jeden The Cure Song. Ich hätte vermutlich auch viel wahrscheinlicher ein Tape mit einem Cure-Album aufgenommen.

Killing Joke – A love like blood [04:33]

Danke Mixtape-Idee! Immer wenn ich in Zukunft denke, ’85 war nur Modern Talking, suche ich diesen Song raus und weiß, es war nicht alles schlecht.

King – Love and Pride [03:33]

Am Ende wieder etwas mainstreamiger werden, sonst wird die Rückkehr zur A-Seite zu sehr ein Schock.

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2 Gedanken zu “Mixtape mit 16

  1. Ein ganz wunderbares Mixtape, das ich sofort gerne hören würde. Bonuspunkt für The Cult, die ich leider erst mit Ceremony kennengelernt habe. Mein damaliger bester Kumpel hat mir das Album mit den Worten „Weil du so ein kultiger Typ bist!“ zum Geburtstag geschenkt. Im gleichen Jahr habe ich sie dann als Vorband von Metallica gesehen.

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