Bye bye, Champions League – Ein Drama in (bisher) drei Akten

 

Prolog

Ich bin kein Fan der Champions League, das muss wohl vorweg gesagt werden.

Zwar ist der sportliche Vergleich über Landesgrenzen hinweg sicher spannend und die Vereine, die einem dabei begegnen, sind teils putzig, teils legendär. Aber mich hat internationaler Fußball nie besonders interessiert und ein Wettbewerb zwischen mir unbekannten Mannschaften, die ich weder kenne noch verstehe und ohne dass ich für oder gegen ein Team sein kann, lohnt das emotionale Involvement nicht.

Und während ich dies zu Zeiten der K.O.-Wettbewerbe immerhin noch aufregend fand – im gleichen Maße wie der DFB-Pokal aufgrund des K.O.-Systems für Außenstehende aufregend ist – war mit der Einführung der Gruppenphase der Spaß für mich vorbei. Garantierte Gruppenspiele, völlig überzogene Prämien, die in den Heimatligen schrittweise die Klassensysteme etabliert haben, über die wir heute so stöhnen, dazu eine Inszenierung, die den Fußball ins quasi-Religiöse hebt – nein, das alles ist nicht der Fußball, den ich gerne sehe.

Vereinshistorisch bedingt war dies nun lange Zeit gar kein Thema, das mich groß beschäftigt hätte. Alles weit weg, kein Grund, am Dienstag oder Mittwoch den Fernseher einzuschalten. Aber in diesem Jahr war dann auf einmal alles anders. Und damit dieses Andere nicht dem üblichen massiven Vergessen meines beklagenswerten Gedächtnisses zum Opfer fällt, nutze ich den heutigen letzten Tag, um die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen, meine eigene Befindlichkeit zu dokumentieren und Abschied zu nehmen von diesem Großereignis in meiner bislang so mittelmäßigen Fankarriere.

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