Kopfwackeln (Spieltag 4)

Der Konsum diverser Spielberichte und Podcasts während der Woche hat mich mit dem Eindruck zurückgelassen, dass ich letzten Samstag möglicherweise ein anderes Spiel gesehen habe als die Rezensenten. Es kommt durchaus öfter vor, dass ich eine Minderheitsmeinung hinsichtlich der Spielbewertung vertrete, üblicherweise jedoch in der Art, dass ich zufriedener bin und das Spiel für besser hielt als andere Fans oder Experten. Dass ich mit einem Spiel unzufriedener bin als alle, von denen ich höre, ist für mich eher neu.

Mich hat das Spiel gegen Schalke letzte Woche nicht überzeugt und ich fand den Sieg trotz teilweise überzeugender Qualität unseres Teams überaus glücklich. Wir mögen über weite Strecken besser als Schalke gewesen sein und haben vor allem kohärenter agiert. Es gab jedoch erschreckend gute Chancen für Schalke, erschreckend auch deshalb, weil sie aus meiner Sicht hauptsächlich aus Fehlern und unerklärlichen Ballverlusten resultierten. An dieser Stelle noch mal Dank an Yann Sommer.

Vielleicht gehe ich dieses Jahr zu vorsichtig in die Saison. Wo ich sonst fröhlich/zuversichtlich bin und mich über jede gelungene Kombination freue, zucke ich momentan bei jedem Fehlpass zusammen und prognostiziere das Gegentor, bei jedem Schlag auf Knie oder Knöchel diagnostiziere ich den Bänderriss. Zu alt, zu viel gesehen, zu pessimistisch geworden. Ich mutiere zum kopfwackelnden Miesepeter.

Trotzdem freue ich mich natürlich aufs Spiel heute und besonders auf meine beiden aktuellen Highlights: unerwartete Steckpässe von Jonas Hofmann und Ballan- und -mitnahme von Alassane Pléa. Beides ganz ausgezeichnet für den Serotoninspiegel. Und genau für den schalten wir ja schließlich ein.

#dabeisein Runde 2: Badminton. Konzentration und Kondition.

#dabeisein Runde 2: Badminton. Konzentration und Kondition.

Zwei Jahre sind vergangen, bevor ich es endlich geschafft habe, die nächste Runde meines #dabeisein-Projekts anzugehen. Das Leben, das Universum und der ganze Rest kamen dazwischen. Aber jetzt ging es endlich weiter und die Wahl für Sportart 2 fiel auf Badminton.

Mit Mülheim und Beuel trafen der Vorjahres-Vierte und -Zweite der Bundesliga aufeinander, das versprach eine spannende Partie. Wir hatten beschlossen zu Mülheim zu halten, zum einen, weil sie der Heimverein waren, zum anderen weil wir beiden Borussen uns dem Charme verblasster Meistertitel aus den Siebzigern natürlich nicht entziehen können. Und es wurde dann auch spannend. Und die Mülheim-Fans kamen auf ihre Kosten. „#dabeisein Runde 2: Badminton. Konzentration und Kondition.“ weiterlesen

Frisches Gras (Spieltag 2)

Die letzten fünf Sekunden vor dem Anpfiff eines Spiels gehören für mich zu den magischsten Momenten eines Fußballspiels. Ich bin aufgeregt und froh, dass das Spiel endlich losgeht. Egal wie die Vorwoche lief, egal wie verkorkst die Saison vielleicht ist, ein kurzer Moment der Hoffnung und des Optimismus macht sich in der Fußballseele breit. Für einen kurzen Moment scheint alles möglich, sogar ein Sieg gegen die Bayern.

Mit den Tagen rund um den Saisonstart verhält es sich ähnlich. Trainingslager, Vorbereitung, Testspiele, das Geplänkel ist endlich vorbei. Die Hinrundentickets sind angekommen, die Trikots frisch gewaschen, die Saisonvorschauen alle gelesen und gehört.

Was haben die neuen Spieler wirklich drauf? Sind die Langzeitverletzten wieder in Form? Wie klappt das neue, ungewohnte System. Ob das gutgeht? Erwartungsdruck, Europahoffnung, Sehnsucht nach gutem Fußball, nach motivierten und inspirierten Spielern, aber auch nach positiv gestimmten, feiernden und fröhlichen Fans. All das sammelt sich im Kopf und im Bauch und wartet darauf, dass es endlich losgeht.

Die ersten Spieltage knistern wie morgendliche Herbstluft und riechen nach frischem Gras. Alles scheint möglich. Sogar ein Auswärtssieg in Augsburg.