Ich hatte mir letzte Woche vorgenommen, das Spiel heute zu ignorieren, aber ach, man lässt mich nicht. Erster gegen Zweiten, Borussia gegen Borussia, Spitzenspiel, Freitagabend, keine Gegenveranstaltung, Free TV. Mehr Scheinwerfer geht nicht.

Ich merke aber, je mehr Spannung und Vorfreude sich aufbauen in der Twitter-Timeline, desto unruhiger werde ich. Ich fühle mich letzten Endes immer noch ein bisschen wie in einer Romantic Comedy, in der das Aschenputtel aus heiterem Himmel ins Rampenlicht gezerrt wird. Medien und neutrale Beobachter sprechen vom Spitzenspiel, erhoffen sich ein tolles Match und erwarten, dass wir den Dortmundern eine Show liefern. Derweil klappere ich mit den Zähnen, kaue Fingernägel und hoffe, dass wir nicht mit einer Niederlage im Wimbledon-Erstrunden-Format rausgehen.

Zwei Gründe sind vermutlich verantwortlich dafür, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass wir auf Augenhöhe mit dem BVB agieren werden:

Zum einen habe ich, da wir kein Pay-TV mehr haben, in dieser Saison noch kein einziges Spiel des BVB gesehen. Kurze Ausschnitte in der Sportschau, wenn ich dazu kam, waren alles und auch da war ich nicht besonders aufmerksam. Die Mannschaft ist also ein Phantom für mich, eine große Unbekannte, von der ich nur ihre Bilanz auf dem Papier und die ein oder andere schwärmerische Spielanalyse aus Zeitungen und Podcasts kenne. Eine gute Basis, um sie sich zum Angstgegner hochzureden.

Zum anderen traue ich eben auch bei uns dem Braten noch nicht so ganz. Wie zum Teufel sind wir da hingeraten, auf diesen zweiten Tabellenplatz? 33 Punkte nach 16 Spielen – das sind mehr als 2 pro Spiel, wie kommt es, dass ich mich dann an so viele Niederlagen und schlechte Spiele erinnere? Sind wir so gut? Hatten wir Glück? Waren wir souverän? Oder nur endlich mal verletzungsfrei(er)? Nun ja, Letzteres ist ja jetzt auch vorbei, ein Grund mehr, mich wieder dem Pessimismus hinzugeben, den ich diese Saison nicht aus den Knochen zu bekommen scheine.

Für die Weihnachtstage habe ich mir vorgenommen, wieder ein kleines Hinrundenfazit zu schreiben, diesmal in Form meiner persönlichen Highlights – Momente, in denen es mir in dieser Saison richtig gut ging. Ich glaube, das ist genau die richtige Medizin gegen diesen fußballerischen Winterblues.

Ob das heutige Spiel dann auch auf der Highlight-Liste auftauchen wird? Warten wir es ab.

 

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