In meiner Familie hat Fußball immer schon eine große Rolle gespielt. Mein Vater spielte früher selber, war Schiedsrichter und Funktionär auf Kreisebene. Meine Mutter war im lokalen Vereinsvorstand, ist heute Funktionärin auf Kreis- und Verbandsebene. Mein Großvater führte die Vereinsgaststätte der ‚lokalen Trümmertruppe‘. Fußball war immer um mich herum, auch wenn ich selber nie gespielt habe. Als Kind und Teenager ging ich mit zu den Spielen, ob Kreis- oder Bundesliga.

In der Abitur- und Studienzeit schwächte sich das dann ab und ich verpasste rund 10 bis 15 Jahre Fußball. Zu meinem großen Glück waren das vor allem die 90er Jahre, ich habe also hinsichtlich fußballerischer Qualität nicht viel verpasst. Nur um den Pokalsieg der Borussia ’95 tut es mir ein wenig leid. Den habe ich nicht gewürdigt.

Die Rückkehr des Fußballinteresses kam in zwei Stufen. Die erste Stufe war rund um das Jahr 2000, als ich zurückkehrte an den Niederrhein und die Borussia abstieg. Letzteres traf mich erstaunlich hart und das Mitleiden und Mitfiebern um den Wiederaufstieg zogen mich zurück in den Bannkreis der Droge Fußball. Stufe 2 begann exakt am 20.09.2013, als ich, eigentlich um einen schönen Abend mit meinem Vater zu verbringen, ihn zu einem Stadionbesuch einlud und wir uns zusammen das Spiel gegen Eintracht Braunschweig anschauten. Es war mein erster Stadionbesuch im Nordpark und überhaupt mein erstes Spiel im Stadion seit bestimmt 30 Jahren. Das Erlebnis überwältigte mich total, nicht nur das Drumherum und die tolle Stimmung, sondern vor allem die Perspektive auf das Spiel und das völlig neue Verständnis, das sich mir auftat: von der Taktik und Strategie, von Aktionen und Laufwegen, kurz gesagt vom Spiel an sich. Ich war wie gefesselt und es lässt mich seitdem nicht mehr los.